Erste 100-Dollar-Laptops an Kinder in Brasilien und Indien ausgeliefert

XO-Computer

Sie sind kindgerecht gestaltet: weiß-gürn, knuffig und sehr robust: die neuen XO-Rechner, die Kindern in Schwellen und Entwicklungsländern den Zugang zum computerbasierten Lernen ermöglichen sollen. Die Idee, dass Rechner eines Tages dazu beitragen könnten, die Bildungskluft zwischen armen und reichen Ländern zu überwinden, geht auf Pioniere wie Seymor Papert in den 60er Jahren zurück. Im Jahre 2005 hatte Nicholas Negroponte dann auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos seine Idee vom 100-Dollar-Laptop präsentiert. Heute, es findet gerade wieder ein Weltwirtschaftsforum in Davos statt, werden die ersten Rechner an Kinder in Brasilien, Indien und der Mongolei ausgeliefert. Mittels einer von Papert entwickelten Software “Turtle Art” können Kinder spielerisch programmieren lernen. Die Rechner lassen sich im Umkreis von zwei Kilometern vernetzen. Per Antenne können Videokonferenzen zu anderen Schülern aufgebaut werden. Die Geräte sind extrem energiesparend, verbrauchen auch bei vollem Betrieb nur drei Watt, können mit einem Fußpedal oder Jojo aufgeladen werden. Der Bildschirm funktioniert auch bei vollem Sonnenlicht. Die Kinder können die Geräte mit nach Hause nehmen und ihre Familien daran teilhaben lassen. Die Initiative “One Laptop per Child”, die breite wirtschaftliche und private Unterstützung gefunden hat, plant im laufenden Jahr bis zu 8 Millionen Geräte zu produzieren und auszuliefern. Die Initiative für sich gesehen ist eine sehr schöne Idee, wäre da nicht die Tatsache, dass die Regierungen der Partnerländer die Rechner kaufen müssen und an die Schulen ausliefern. Somit wird knapp bemessenes Bildungsbudget nicht für die Neugründung von dringend notwendigen Schulen aufgewendet, sondern für den Laptop-Zugang von denen, die immerhin schon Schulbildung genießen dürfen. Fraglich bleibt auch, in wie weit es gelingen wird, die Auslieferung der Laptops an die Schulen zu überprüfen und eine zweckfremde Verwendung der günstig erworbenen Laptops durch die Regierungen auszuschließen. Link zum Artikel Link zur Initiative “One Laptop per Child”

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