Fußbälle nähen statt Fußballspielen

Einer neuen Fallstudie der Bachpan Bachao Andolan (BBA) zufolge stellen im District Meerut in Indien trotz namhafter Abkommen gegen Kinderarbeit, wie z. B. die FIFA Übereinkunft von 1996, die Resolution des Europäischen Parlaments, die Arbeitsstandards der Indischen Sport Industrie usw., noch mehrere tausend Schulkinder Fußbälle und andere Sportartikel her. Die Studie berichtet sogar von Kinder, die künstliche Lederteile mit der Aufschrift: „child labour free“ auf Bälle aufnähen. Obwohl die Zahl der in der Fußballproduktion arbeitenden Kinder in Meerut aufgrund massiven Drucks von Seiten der Konsumenten, von NGO’s und weiteren Aktivisten von 20 000 auf 5000 zurückgegangen ist, kann die Situation längst noch nicht als zufriedenstellend betrachtet werden: Die Schulbildung kommt zu kurz und gesundheitliche Risiken sind unverändert hoch. Alle befragten Kinder klagten über Fingereinstiche – viele von ihnen wiesen sogar noch offene Wunden auf – 35 % erzählten von Augenproblemen, 50 % leiden an Rückenschmerzen und 85 % haben regelmäßig Schmerzen an den Händen und Fingern. Einige Kinder können aufgrund des Engagements von BBA mittlerweile die Schule besuchen, müssen aber weiterhin arbeiten, um die Schulden ihrer Eltern zu tilgen. Das Ziel der neuen Studie besteht nicht nur darin das Problem anzuprangern, sondern Kampagnen anzuregen, die dem Verbraucher klarmachen ausschließlich Sportartikel zu kaufen, die ohne Kinderarbeit gefertigt wurden.

Quelle: Offside: Child Labour in Football Stitching

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