Im Kampf gegen Kinderarbeit ist jeder gefordert

Vor dem Aufschwung des modernen Kapitalismus war Kinderarbeit vor allem in den Entwicklungsländern traditionell eine Familienangelegenheit. Unter der Aufsicht der Eltern halfen Kinder in den Familien mit. Doch die moderne Wirtschaftsordnung transformierte dieses althergebrachte Szenario, schreibt Bilal Ahmad Bhat in der englischsprachigen Zeitung „Rising Kashmir“. Vor allem in Indien ist Kinderarbeit eine tägliche Erscheinung. Statistiken der indischen Regierung zufolge, geht fast die Hälfte aller Kinder zwischen sechs und 14 Jahren nicht zur Schule, sondern anderen Tätigkeiten nach. Inoffizielle Zahlen besagen, dass dies bei weit mehr als 100 Millionen Kindern der Fall ist. Wenn all diese arbeitenden Kinder einen Staat bilden würden, so wäre dies der elftgrößte der Welt, wird geschätzt.
Alarmierend sind vor allem die Zahlen im indischen Bundesstaat Jammu und Kashmir. Die Mehrheit arbeitet im informellen Sektor und verkauft z.B. selbstgefertigte Handwerksarbeiten. Andere typische Kinderarbeiten sind z.B. die Herstellung von Textilien und Teppichen, Armreifen, Sportartikeln usw. Obwohl ausbeuterische Kinderarbeit in Indien gesetzlich verboten ist und das Land auch den UN Kinderrechtskonventionen zugestimmt hat, konnte das Problem bisher noch nicht wesentlich eingedämmt werden. Kinderarbeit wird sowohl als wirtschaftliches als auch als soziales Übel betrachtet. Sie behindert die natürliche kindliche Entwicklung, versetzt die Kinder oftmals in erhebliche Gefahr und fügt ihnen körperliche und geistige Schäden zu. Kinderarbeit bekämpft nicht die Armut, sondern schafft neue, denn eine schlechte oder gar keine Ausbildung führt auch später nur zu schlecht bezahlten Arbeiten. Die Gründe für Kinderarbeit sind vielseitig: Arbeitslosigkeit in der Familie, zu geringe Löhne, schlechte Lebensbedingungen, Ignoranz seitens der Eltern, Analphabetismus, fehlende oder lückenhafte Gesetze. Eine der Hauptursachen ist aber auch die Einstellung der Verbraucher. Alles auf Politiker oder ineffiziente Gesetze zu schieben, spreche uns, die Konsumenten vieler Artikel aus Kinderarbeit, nicht frei von Schuld, so Bilal Ahmad Bhat. Jeder einzelne solle sich klarmachen, dass auch er im Kampf gegen Kinderarbeit mitkämpfen kann. Wichtig ist dem Autor, dass die Problemstellung nicht nur einige engagierte Gruppen, sondern die Massen erreicht. Ein großer Erfolg in dieser Hinsicht war der im Juni 1998 stattfindende Global March Against Child Labour. englischer Artikel in der “Rising Kashmir”

Dieser Beitrag wurde unter Internationales abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.