Scientology von Ex-Mitglied wegen Kinderarbeit angeklagt

Daniel Montalvo, ehemaliges Scientology-Mitglied, klagt nun die Sekte wegen Kinderarbeit an. Der aus Ecuador stammende heute 20-Jährige, der im Alter von fünf Jahren durch seine Eltern zur See-Organisation, der strengen Ordensgemeinschaft von Scientology, nach Florida kam, war im September vergangenen Jahres aus der Sekte geflüchtet. In seiner Anklage führt er unter anderem folgende Punkte auf:

– Er durfte nur einmal pro Woche zur Schule gehen, weil er an den anderen Tagen für die See-Organisation arbeiten musste.

– Er wurde während seiner gesamten Kindheit gezwungen, 40 Stunden wöchentlich zu arbeiten, manchmal aber auch mehr als 100 Stunden, für 35 bis 50 Dollar pro Woche.

– Im Herbst 2007, als die Sekte ihr neues Buch herausgab, musste er täglich mehr als 12 Stunden am Stück arbeiten.

– Zusammen mit anderen Arbeitern wurde er mehrmals körperlich bestraft, weil er nicht genügend leistete.

– Als er mit 16 Jahren bei einem Arbeitsunfall sich den Zeigefinger abschnitt, wurde er gezwungen, dem Arzt zu sagen, dass er freiwillig arbeitete und er durfte Scientology nicht nennen.

Neben der gerichtlichen Klage wegen Kinderarbeit, fordert Montalvo außerdem mehr als 150.000 Dollar ausstehenden Lohn für die Jahre 2007 bis 2010. Der Sprecher der Sekte, Tommy Davis, nannte die Forderung „absurd“.

Auch andere Sektenmitglieder haben Scientology in den letzten Jahren immer wieder vor Gericht gebracht, doch der Fall Montalvos, so sein Anwalt, unterscheidet sich dadurch, dass Kinderschutzgesetze betroffen sind.

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