Auseinandersetzung über Kinderarbeit in Kanada

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Gil McGowan, Präsident des Arbeitergewerkschaftsbundes Alberta Federation of Labour (AFL), erklärte neulich, dass tausende Kinder, die in der kanadischen Provinz Alberta angestellt sind, in ihren Rechten verletzt werden. Seine Informationen basieren auf der 2010 veröffentlichten Studie der Athabasca Universität1) , aus der hervorgeht, dass in der Provinz 6,3% der Kinder zwischen neun und elf und 19,4% der Kinder zwischen 12 und 14 beruflich tätig sind. Von den 8 200 arbeitenden Neun- und Elfjährigen führten 78% für diese Altergruppe rechtlich verbotene Tätigkeiten aus, wie z.B. Hausmeisterdienste oder Zeitungslieferung. Von den 26 000 beschäftigten 12 und 14jährigen arbeiteten 21% in für sie untersagten Berufen. 50% Kinder in dieser Altersgruppe waren in rechtlicher Grauzone als Babysitters und Gärtner tätig. Das Arbeitsgesetzbuch der Provinz verbietet die Beschäftigung von Kindern unter 12 Jahren und listet die Tätigkeiten, welche von den 12- bis 14jährigen ausgeübt werden dürfen, explizit auf.

Den Ergebnissen der Studie zufolge werden die Arbeitnehmerrechte der Mehrheit der jungen Angestellten verletzt. Oft müssen die Kinder länger als erlaubt arbeiten, erfüllen ihnen nicht gestattete Aufgaben und verdienen weniger als der offizielle Mindeststundensatz vorschreibt. Häufig wissen die Eltern nicht wie ihre Kinder auf Arbeit behandelt werden und wie sie ihnen helfen können.

Die Studie zeigt die Ineffizienz bei der Durchsetzung der Arbeitnehmenrrechte in der Provinz Alberta auf. Erst nach einer Beschwerde, werden rechtliche Schritte veranlasst. Solchen Beschwerden wird jedoch nur selten nachgegangen, da in vielen Fällen die Schwere der Rechtsverletzung als nicht ausreichend erachtet wird.

Während AFL für Änderungen in dem existierenden Arbeitsgesetzbuch und die Aufhebung des Gesetzes, welches 12jährigen erlaubt, in Restaurants zu arbeiten, plädiert, wies Thomas Lukaszuk, Arbeits- und Immigrationsminister in Alberta, die Ergebnisse der Studie zurück. Sein Argument ist,  in seinem Büro seien keine Beschwerden über Kinderarbeit eingegangen. Seiner Meinung nach ist die AFL-Initiative politisch motiviert.

Link zum Artikel (englisch)

Link zum Artikel (englisch)

  1. Effectiveness of Complaint-Driven Regulation of Child Labour in Alberta []

Über gosia / EarthLink

Übersetzerin, Dolmetscherin, Lehrerin; Wenn ich nicht gerade meine Masterarbeit in Internationalen Beziehungen an der TU Dresden schreibe, recherchiere ich im Rahmen meines dreimonatigen Praktikums bei Earthlink zum Thema Kinderarbeit, verfasse Blog-Einträge für die Kampagne „Aktiv gegen Kinderarbeit“, schreibe Firmen bezüglich ihrer Politik zur Kinderarbeit an und kümmere mich um die Vervollständigung und Nachbesserung der Informationen auf der Kinderarbeitshomepage. Ich beteilige mich auch am Projekt „Drogen Macht Welt Schmerz“ und recherchiere für die Initiative „Facing Finance“.
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