Indische Probleme mit dem Bildungsgesetz

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2009 wurde von der indischen Regierung ein Gesetz verabschiedet, welches den Kindern das Recht auf freie Bildung garantiert und die Schulpflicht für Kinder zwischen sechs und zwölf einführt (The Right of Children to Free and Compulsory Education Act, abgekürzt: Right to Education Act, REA). In dem Land, in dem 1250 Mio. Menschen jünger als 25 sind und der Alphabetisierungsgrad lediglich 65% beträgt, war eine solche Initiative nötig. Die Implementierung des Gesetzes, welches am 1. April in Kraft getreten ist, sieht sich jedoch vor Probleme gestellt. Der landesweit bestehende Lehrermangel verhindert die Verwirklichung der Idee einer allgemein zugänglichen Bildung. Schätzungsweise fehlen in Indien ca. 1,4 Mio. Lehrer. Das führt zur Überfüllung der Klassen und zur Verminderung des Bildungsstandards.

An der Situation tragen teilweise auch die Eltern Schuld. Die Familien, deren Existenz stark von dem Geld abhängt, welches die arbeitenden Kinder nach Hause bringen, unterstützen ihre Nachkommen in dem Streben nach Bildung oft nicht. Eltern, die oft den Wert der Bildung nicht erkennen, ermutigen ihre Kinder eher zur Aufnahme von beruflichen Tätigkeiten. Obwohl die Beschäftigung von Kindern unter 14 Jahren in vielen Berufen untersagt ist, ist Kinderarbeit in Indien an der Tagesordnung. Die Anstellung von Kindern wird durch lückenhafte Gesetzgebung und fehlerhafte Implementierung von existierenden Gesetzen erleichtert. Zudem wird, da Bildung typischerweise zu den Angelegenheiten der einzelnen Bundesstaaten gehört, in dem Bereich die nationale Gesetzgebung sehr schleppend eingeführt. Bis jetzt haben nur fünf Bundesstaaten mit der Implementierung des Gesetzes angefangen. Diese Faktoren erschweren die erfolgreiche Verwirklichung des REA, so dass sich mit dem Gesetz sehr wenig geändert habe, sagte ein Mitarbeiter der Nationalen Koalition für Bildung, Umesh Kumar Gupta.1)

  1. Link zum Original-Artikel nicht mehr aufrufbar: 02.04.2014 []

Über gosia / EarthLink

Übersetzerin, Dolmetscherin, Lehrerin; Wenn ich nicht gerade meine Masterarbeit in Internationalen Beziehungen an der TU Dresden schreibe, recherchiere ich im Rahmen meines dreimonatigen Praktikums bei Earthlink zum Thema Kinderarbeit, verfasse Blog-Einträge für die Kampagne „Aktiv gegen Kinderarbeit“, schreibe Firmen bezüglich ihrer Politik zur Kinderarbeit an und kümmere mich um die Vervollständigung und Nachbesserung der Informationen auf der Kinderarbeitshomepage. Ich beteilige mich auch am Projekt „Drogen Macht Welt Schmerz“ und recherchiere für die Initiative „Facing Finance“.
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