Gambia: Kinder sollen besser vor sexueller Ausbeutung geschützt werden

Gambia Strand

Bild: © n.v. - Wikimedia Commons

Kurz vor Beginn der Touristensaison im westafrikanischen Gambia, hat die Gambian Tourist Board (GTB) eine im Land bespiellose Maßnahme im Kampf gegen den Sextourismus, der auf Kinder ausgerichtet ist, umgesetzt. Es wurde eine Art Handbuch veröffentlicht, das über Kinderarbeit und die Ausbeutung von Kindern in der Sexindustrie des Landes aufklären, schulen und zur Bekämpfung dieser beitragen soll. Der auf Kinder ausgerichtete Sextourismus ist eine Form der Kinderprostitution und muss streng verfolgt werden.

Mit seinen weißen Sandstränden ist Gambia ein beliebtes Ziel für Touristen und bleibt traurigerweise auch vom Sextourismus nicht verschont. Neben Erwachsenen sind auch sehr viele Kinder im Land in das schmutzige Geschäft verwickelt. Sie werden meist durch Zwang dazu gebracht, ihren Körper zu verkaufen oder sehen keine andere Möglichkeit, der Armut zu entfliehen. Die Kinder werden Sextouristen meist von Einheimischen vermittelt. Oftmals wird dies zwar von der Gesellschaft wahrgenommen aber man greift nicht ein, um die eigene Privatsphäre zu schützen.

Laut einem Bericht der The Child Protection Alliance und Terre des Hommes Netherlands aus dem Jahr  2003 ist Gambia sowohl ein Ziel für skrupellose Besucher, als auch für vermeintliche oder verurteilte Pädophile, die ins Land kommen, um Kinder sexuell zu missbrachen. Der Bericht gibt an, dass eine beachtliche Anzahl der Sextouristen aus dem europäischen Ausland stammen. Bereits zahlreiche Fälle bezüglich Sextourismus wurden im Land vor Gericht gebracht. Bei Touristen wurden pornografische Fotos und Videos von gambischen Kindern sichergestellt. Der Bericht gibt auch an, dass die Methoden der Vermittler und die Treffpunkte hinreichend bekannt seien und streng überwacht werden müssten.

Das kürzlich veröffentlichte Handbuch zum speziell auf Kinder ausgerichteten Sextourismus in Gambia behandelt auf 85 Seiten verschiedene Bereiche des Problems im Land. Neben den geschätzten Einnahmen aus der Schattenwirtschaft, wird über die Risikogruppen unter den Kindern, sich unfreiwillig oder freiwillig am Geschäft mit dem eigenen Körper zu beteiligen, aufgeklärt. Es wird beschrieben, wie sich die Situation konkret in Gambia darstellt und  wie die Rechtslage im Land aussieht. Mit dem Handbuch wird darüber hinaus darauf abgezielt, Arbeiter und Arbeitgeber in der Tourismusbrache sowie Studenten touristischer und ähnlicher Fachrichtungen mit dem erforderlichen Wissen, der erforderlichen Einstellung und den erforderlichen Fähigkeiten auszustatten, die sie zum Schutz der Kinder Gambias gegen sexuelle Ausbeutung benötigen.

Die Herausgabe des Handbuches ist mit Sicherheit ein Schritt in die richtige Richtung. In Gambia legt man derzeit großen Wert darauf, das Problem öffentlich zu machen. Man appelliert auf vielen Wegen an die unterschiedlichen Akteure im Tourismussektor, Kinder vor sexueller Ausbeutung und den damit verbundenen Problemen zu schützen. Dennoch wird das Problem weiter bestehen, solange sich die Einstellung derer nicht ändert, die als Sextouristen das Land bereisen.
Link zum Text (englisch)

Link zum Bericht (englisch) – nicht mehr verfügbar

Über Alisa / EarthLink

Ich studiere Geographie, Ethnologie und Biologie auf Diplom in Heidelberg. Im Rahmen meines Studiums mache ich ein 6-wöchiges Praktikum bei EarthLink. Meine Hauptaufgaben sind das Schreiben von Blog-Einträgen und die Recherche für die Projekte "Aktiv gegen Kinderarbeit" und "Drogen Macht Welt Schmerz".
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