Bilder von missbrauchten und vergewaltigten Kindern auf Facebook – das soziale Netzwerk als Plattform zum Tausch kinderpornographischen Materials?

Bild: © n.v. -

Einem Bericht der World Net Daily (WND)[1] zu Folge wird das mit über 900 Millionen Nutzern weltweit größte Online-Kontaktnetzwerk Facebook zur Verbreitung und zum Tausch von Photos und Videos mit kinderpornographischem Inhalt missbraucht. Die teilweise auch auf die Plattform selbst hochgeladenen Bilder, reichen von Nacktbildern Minderjähriger bis hin zu Bildern von Vergewaltigungen 12-jähriger Jungen und Mädchen. Zur Bezeugung der Anschuldigungen ist in dem Bericht ein Screenshot des Profils eines Facebook-Nutzers mit dem Namen „Kidsex Young“ abgebildet, in welchem eine Zeitreihe zu sehen ist, in der mehrere Facebook-Nutzer gegenseitig Freundschaftsanfragen versendeten und annahmen – vermutlich um kinderpornographisches Material auszutauschen. Weiterhin wird von 19 Facebook-Gruppen gesprochen, welche Namen wie „PTHC“ (preteen hard-core pornography) oder „12 to 13 Boy Sex“ tragen. Diese Gruppen sind mittlerweile jedoch allesamt von Facebook gelöscht worden und Gruppen- sowie Nutzernamen, sollen laut der WND an das FBI weitergeleitet worden sein.

Unabhängig davon, ob man den Informationen in dem WND-Bericht Glauben schenken darf, handelt es sich bei den Beschuldigungen gegenüber Facebook um keine unbekannten Vorwürfe. So deckte beispielsweise die australische Polizei 2010 einen international agierenden Kinderpornographie-Ring auf, welcher über Facebook operierte.[2] Ein weiteres und aktuelles Beispiel bietet der vor zwei Monaten bekannt gewordene Fall, in dem die pennsylvanische Polizei einen Jugendlichen namens Neil Geckle verhaftete, da dieser Bilder mit kinderpornographischen Inhalt auf die Online-Plattform hoch lud.[3]

Facebook selbst wiederholte in der Vergangenheit bereits mehrfach, dass es eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Uploads mit kinderpornographischem Material fahre und verweist auch in seinen Richtlinien auf das Verbot Material mit pornographischem Inhalt und Nacktdarstellungen zu verbreiten oder bereitzustellen.[4] Mit Hilfe eines PhotoDNA-Programmes werden die täglich über 200 Millionen hochgeladenen Bilder gescannt und mit den von dem National Center for Missing and Exploited Children (NCMEC) gesammelten Bildern verglichen und bei Übereinstimmung gelöscht. Die enge Zusammenarbeit mit dem NCMEC, aber auch mit den jeweiligen staatlichen Strafverfolgungs-Behörden, bezeugt zwar den guten Willen und das Engagement Facebooks im Kampf gegen die Kinderpornographie, doch scheint dies einen Missbrauch der Plattform nicht auszuschließen.

 


[2] Link zum Artikel der Huffingtonpost http://www.huffingtonpost.com/2010/08/27/facebook-child-porn_n_696728.html leider nicht mehr verfügbar

Über Timo / earthlink

Praktikant bei EarthLink, Student (Philosophie und Politikwissenschaft)
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