Keine Grabsteine aus ausbeuterischer Kinderarbeit: Stadtrat von Wertingen schlägt Änderungen in Friedhofssatzung vor

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Es ist kein Geheimnis, dass bei vielen Grabsteinen auf deutschen Friedhöfen Kinder unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen mitgearbeitet haben. Viele Kinder, die in indischen oder lateinamerikanischen Steinbrüchen arbeiten, bezahlen dies mit ihrer Gesundheit: Sie leiden an Silikose, Asthma und anderen Lungenkrankheiten sowie an Hörstörungen1). Das Leben solcher Kinder ist viel zu kurz: Nur wenige feiern ihren 35. Geburtstag. Für den Stadtrat von Wertingen (Landkreis Dillingen an der Donau) Ludwig Klinger ist das ein unhaltbarer Zustand.

Er schlägt vor, die Friedhofssatzung in dem Sinne zu ändern, dass nur faire Grabsteine abgestellt werden dürfen. Klinger weist darauf hin, dass – im Gegensatz zu Textilien und Schuhen – die Kommune bei Grabsteinen Einfluss nehmen kann, da seit dem Gerichtsurteil des Bayerischen Verwaltungsgerichts die Kommunen ihre Friedhofssatzungen ändern können. Viele Städte und Kommunen verlassen sich auf eine Selbsterklärung der Lieferanten, dass keine Kinderarbeit bei der Herstellung der Grabsteine involviert war. “Aber Papier ist geduldig.“2)

Die Lieferanten sollten ein Zertifikat von unabhängigen Dritten, zum Beispiel das Xertifix-Gütesiegel, vorlegen, meint Klingel. „Wir finden diese Initiative gut“, sagt Claudia Hambach, Ehefrau des Wertinger Steinmetzes Werner Hambach2). Immer mehr Kunden stellen sich die Fragen nach der Herkunft der Grabsteine. „Die Stadt soll aus ethischen Gründen ein Zeichen setzen“, appelliert Klinger für ein Verbot von Produkten aus ausbeuterischer Kinderarbeit2).

  1. Der Artikel von FIAN ist leider nicht mehr verfügbar. []
  2. Augsburger Allgemeine Steine des Anstoßes [] [] []

Über Andreas / EarthLink

Praktikant bei EarthLink, studiert Geschichte mit Schwerpunkt Lateinamerika an der Universität Münster.
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