Interpol befreit 400 Kinderarbeiter in Burkina Faso

Bild: © n.v. -

Ihre schmalen Körper kriechen in die engen, tiefen Schächte. Ihre kleinen Hände zertrümmern Gestein, suchen nach Goldkrümeln1). In Burkina Faso arbeiten ca. 10.000 Kinder in Goldminen und Steinbrüchen2) und sind damit tagtäglich unmenschlichen Arbeitsbedingungen ausgesetzt.

Interpol und lokalen Sicherheitsexperten ist vor einigen Wochen nun ein kleiner Sieg gegen die organisierte Kinderarbeit in den ländlichen Gebieten Burkina Fasos gelungen. Hunderte von Kinderarbeitern wurden aus ausbeuterischen Arbeitssituationen gerettet. Die meisten Minderjährigen wurden in den vielen Goldminen und den Baumwollfeldern außerhalb der Hauptstadt Ouagadougou gefunden3).

Laut Interpol-Angaben werden die meisten Kinder in dem westafrikanischen Land entführt und von Menschenhändlern an Bauern und Minenarbeiter verkauft. Sie werden verschleppt und zur Zwangsarbeit genötigt, zu schweren Arbeiten herangezogen und in sklavenähnlichen Lebensbedingungen gehalten4).

Die internationalen und nationalen Polizeibeamten fanden Hunderte von Kindern in tiefen und engen Schächten. Die Minderjährigen müssen unter extrem schweren Bedingungen bis zu 70 Meter tief unter der Erde arbeiten, wo es fast keine Luft mehr gibt. Oder sie zerdrücken große Klumpen Dreck und zerreiben Quecksilber in ihren Händen, um das Gold daraus zu gewinnen. Das Schuften unter Tage schadet ihren Augen, der Gesteinstaub macht sie krank1).

Für ihre Arbeit werden sie weder bezahlt, noch erhalten sie die Möglichkeit, eine Schule zu besuchen. Mädchen werden oft sexuell missbraucht, berichtet Interpol. Die Ausweitung der Minen und die zunehmende Zahl von Wanderarbeitskräften in diesen Gegenden werden mit der vermehrten Prostitution in Verbindung gebracht, bei der auch 12-jährige Mädchen beschäftigt werden.5)

Die Befreiungsoperation wurde von Interpol geleitet. Ihr gingen eine lange Vorbereitungsphase und die Kooperation zwischen der örtlichen Polizei und der internationalen kriminalpolizeilichen Organisation voraus. In die Operation waren mehrere hundert Polizisten, Beamte aus dem sozialen Dienst und andere Experten aus Westafrika involviert3). Vor der Durchführung wurden die westafrikanischen Mitarbeiter von Interpol aus- und weitergebildet, um möglichst viele minderjährige Arbeiter in der Aktion retten zu können. Insgesamt wurden mehr als 390 Kinder befreit, die entweder zurück zu ihren Familien gebracht oder in die umliegenden Waisenhäuser verteilt wurden. Der Operation gingen bereits vier andere international organisierte Befreiungsversuche voraus (2009, 2010 und 2011), bei denen zusammen knapp 400 Kinder gerettet und 90 Personen verhaftet wurden.6)

Burkina Faso hat einer der höchsten Armutsraten weltweit. Ungefähr 61 % der Bevölkerung müssen mit weniger als einem US-Dollar pro Tag auskommen4). Aber in einigen Regionen des Landes gibt es große Goldvorkommen, eine der wichtigsten Einnahmequellen des Landes. Das Gold wird in Hunderten Minen ausgegraben – vor allem von Kindern. Die Arbeit in Minen wird von der UN als einer der schlimmsten Formen ausbeuterischer Kinderarbeit kategorisiert.

  1. Hamburger Morgenpost – Interpol befreit Kindersklaven aus Goldmine [] []
  2. UNICEF – Burkina Faso []
  3. Stuff.co.nz – Child Trafficking Victims Freed in Burkina Faso [] []
  4. Wikipedia – Burkina Faso [] []
  5. ILO – Child Labour in Goldmining []
  6. Ungift.org: nearly 400 victims of child trafficking rescued across burkina faso – zuletzt aufgerufen am 30.07.15 []
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