Erneute Vorwürfe der Kinderarbeit gegenüber dem Textilhersteller KiK

Bild: © CC BY -

Der Textilhersteller KiK muss sich erneut Vorwürfen der Kinderarbeit stellen. Ein Team des Nachrichtensenders RTL deckte dies bei einem Besuch einer Textilfabrik auf. Dabei gab sich das Team offenbar als Textilverkäufer aus und bekamen so Zutritt zu mehreren Fabriken in der Nähe der Hauptstadt von Bangladesh, Dhaka. Gefilmt wurden die Besichtigungen mit einer versteckten Kamera.

In einer der Fabriken entdeckte das Team dann mehrere Kinder im Alter von zehn bis 14 Jahren bei der Arbeit.
Die betroffene Fabrik ist ein Hauptlieferant von  KiK.

Auch der betroffene Discounter bestätigte das. Weiterhin hieß es von dieser Seite, dass der Zulieferer allem Anschein nach ein „illegales Subcontracting“ betrieben habe, also mit illegalen Methoden gearbeitet hat – man werde die Geschäftsbeziehungen beenden.1)

Bereits im September vergangenen Jahres war KiK in die Kritik geraten, weil in einer seiner Textilfabriken in Pakistan ein Feuer ausgebrochen war, bei dem fast 300 Menschen ums Leben kamen. Angeblich waren die Fenster der Fabrik vergittert und die Notausgänge verschlossen, so gab es kein Entkommen für die beschäftigten Mitarbeiter.

Hinzu kommt, dass sich die Entschädigungszahlungen an die Familien der Opfer bis Februar diesen Jahres hinauszogen – ereignet hatte sich der Brand jedoch bereits im September 2012.2)

Auch in den Jahren zuvor war KiK immer wieder mal im Fokus der Öffentlichkeit.

2007 ließ das Unternehmen erstmals verlautbaren, dass es nicht zu hundert Prozent für eine Produktion ohne Kinderarbeit garantieren könne. Begründet hatte das die Firma mit der Aussage, dass es schwer sei, alle Zulieferer daraufhin zu überprüfen und zu überwachen.3)

Später, 2009, wurden zudem Vorwürfe laut, dass KiK seine Mitarbeiter ausspioniere. Tatsächlich wurden von dem Unternehmen regelmäßig Auskünfte über die Finanzen seiner Mitarbeiter eingefordert.4)
Noch in demselben Jahr werden Mitarbeiter aus Fabriken in Bangladesh befragt, die bestätigen, dass es auch unter 14-jährige gibt, die in den Fabriken arbeiten.5)

Ein Jahr darauf, 2010, zog KiK den Fokus der Medien erneut auf sich. Es erschien ein Film, veröffentlicht vom NDR, mit dem Titel: „Die KiK-Story“. Gezeigt wurden unter anderem Näherinnen in einer Fabrik in Bangladesh, die „unter menschenunwürdigen Bedingungen für den Textildiscounter arbeiteten“.6)

  1. Bangladesch: Kinderarbeit bei KiK-Zulieferer – Das Erste – zuletzt abgerufen am 04.04.2013 []
  2. Die Kehrseite billiger Kleidung – NDR – zuletzt abgerufen am 04.04.2013 []
  3. Textil-Discounter Kik: Kinderarbeit nicht ausgeschlossen – Spiegel Online – zuletzt abgerufen am 04.04.2013 []
  4. Kik ma, wer da spioniert: der Textildiscounter – Fashion United – zuletzt abgerufen am 04.04.2013 []
  5. Handel: Die Tiefstpreise des Textil-Discounters Kik kommen Näherinnen und Verkäuferinnen teuer zu stehen – Spiegel Online – zuletzt abgerufen am 04.04.2013 []
  6.  Die KiK-Story: Die miesen Methoden des Textildiscounters – Youtube – zuletzt abgerufen am 12.03.2018 []

Über Lukas / earthlink

Zurzeit studiere ich im dritten Semester Politikwissenschaft mit Nebenfach Französisch an der Universität Trier. Bei earthlink e.V. absolviere ich ein Praktikum, in dem ich mich mit den Kampagnen Drogen Macht Welt Schmerz und Aktiv gegen Kinderarbeit auseinandersetze, zu diesen Themen recherchiere und Artikel dazu schreibe.
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