NRW will Grabsteine aus Kinderarbeit verbieten – Beschluss steht kurz bevor

Bild: © Public Domain - Wikimedia Commons

Bis zu 80% aller in Deutschland aufgestellten Grabsteine stammen aus Indien1), wo schätzungsweise mindestens 150.000 Kinder in Steinbrüchen schuften müssen. Dort arbeiten sie meist unter brütender Hitze und müssen schwerste Arbeiten durchführen. Durch den Steinstaub sterben viele von ihnen noch im jungen Alter durch Lungenerkrankungen.

Nun will Nordrhein-Westfalen deswegen das Bestattungsgesetz anpassen. Bereits Juni 2012 war der Beschluss dazu gefasst worden. „Bei vielen Friedhofsträgern, insbesondere im kirchlichen Bereich, besteht der Wunsch, in ihren Satzungen eine Regelung aufnehmen zu können, die die Aufstellung von Grabsteinen aus ausbeuterischer Kinderarbeit verbietet“, sagte damals Barbara Steffens (Bündnis 90/Die Grünen), Gesundheitsministerin des Bundeslandes. „Wir wollen Friedhofsträgern ermöglichen, die Aufstellung von Grabsteinen aus ausbeuterischer und Leben zerstörender Kinderarbeit zu verbieten.“2)

Ein entsprechender Gesetzesentwurf soll nun bereits diese Woche durch das Landeskabinett beschlossen werden.3) Nordrhein-Westfalen wäre damit bereits das vierte Bundesland mit einer entsprechenden Regelung.4)

  1. Indiens Kinder schuften für unsere Toten – Hamburger Morgenpost – aufgerufen am 23.04.2013 []
  2. Gesundheit: Ministerin Steffens: Keine Grabsteine aus Kinderarbeit auf Friedhöfen in Nordrhein-Westfalen – Bestattungsgesetz wird novelliert – MGEPA – aufgerufen am 23.04.2013 []
  3. Keine Kinderarbeit an Grabsteinen – Kölnische Rundschau – aufgerufen am 23.04.2013 []
  4. Liste der Bundesländer – Aktiv gegen Kinderarbeit – aufgerufen am 23.04.2013 []
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1 Response to NRW will Grabsteine aus Kinderarbeit verbieten – Beschluss steht kurz bevor

  1. Bürgers Sigrid sagt:

    ich bin bereits vor Jahren über eine WDR-Sendung über Grabsteine aus Kinderarbeit informiert worden und habe mich nach dem Tode meines Vaters im Jahre 2007 erneut mit dem Thema befasst. Seinerzeit musste ich feststellen, dass unsere Stadt sich außerstande sah, die Friedhofssatzung diesbezüglich zu ändern. Ich habe dann die Steinmetze in unserer Region auf dieses Thema angesprochen und darauf bestanden, einen Grabstein mit Herkunftsnachweis zu bekommen. Da im Bekannten- und Verwandtenkreis auf Unkenntnis stieß, habe ich mich seinerzeit an die Regionalpresse gewandt, um über dieses Thema zu informieren.
    Dass nun nach so vielen Jahren das Bestattungsgesetz angepasst werden soll, freut mich sehr. Endlich mal eine gute Nachricht.

    MfG
    Sigrid Bürgers

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