NRW-Landesregierung geht gegen Grabsteine aus Kinderarbeit vor

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Bei der Neufassung des Bestattungsgesetzes in NRW will die rot-grüne Landesregierung entschiedener gegen Grabsteine vorgehen, die mit Kinderarbeit befleckt sind.

Wie das Institut für Ökonomie in Siegburg feststellte, arbeiten in der indischen Steinindustrie schätzungsweise 150.000 Kinder. Die meisten der Grabsteine, die in Deutschland verwendet werden, haben ihren Ursprung in Indien. Das Ziel der Landesregierung ist es, nur noch Grabsteine auf Friedhöfen zu erlauben, die mithilfe eines Siegels sicherstellen, dass in der Produktionskette auf keine Kinderarbeit zurückgegriffen wurde.

Kritik regt sich aus den Kreisen der Handwerker. Sie kritisieren, dass die vorgeschlagene Regelung zwar nobel sei, die Organisation „XertifiX“ dieser Aufgabe jedoch nicht gewachsen sei. Um den indischen Steinhandel wirksam kontrollieren zu können, müsse man auf eine größere Organisation zurückgreifen können, diese gebe es aber nicht, so die Handwerker. Des Weiteren wäre dies für die Steinmetze ein zu hoher verwaltungstechnischer Akt, da viele Betriebe nur aus einer Person bestehen. Der Bundesverband Deutscher Steinmetze äußerte sich folgendermaßen: Es sei “aus unserer Sicht schwierig, weltpolitische Probleme auf kommunaler Ebene lösen zu wollen”. Gleichzeitig legten die Kritiker Wert darauf, Kinderarbeit nicht rechtfertigen zu wollen.

Letztendlich ist es der Kunde, der entscheidet. Ihm muss klar gemacht werden, dass es mit einem hohen Risiko verbunden ist, Grabsteine ohne Siegel zu kaufen, da die Gefahr besteht, so Kinderarbeit zu fördern.

So gesehen ist es zwar ein weltpolitisches Problem, das aber auch auf kommunaler Ebene gelindert werden kann. Ob auf internationaler Ebene mehr erreicht wird, ist eher zweifelhaft,  und wenn, dann sehr langwierig (siehe Klimakonferenz).

Die Situation in den Steinbrüchen für Kinder in Indien ist unvorstellbar. Die Kinder arbeiten und leben unter katastrophalen Bedingungen. Sie müssen schwere Gewichte heben, Unfälle und Verletzungen gehören zum Alltag. Für einen Acht-Stunden-Tag erhalten sie durchschnittlich 0,93-1,30 $ pro Tag. Unter diesem dramatischen Gesichtspunkt ist zumindest der Versuch, etwas dagegen zu unternehmen, um so den Besitzern der Minen klar zu machen, dass immer weniger Kunden bereit sind, über Kinderarbeit hinwegzusehen, viel wert.

Wer mehr über XertifiX erfahren möchte, kann die Internetseite des Vereins besuchen. Hier finden Interessenten wichtige Informationen über die Schritte, die zu einem Siegel führen: Xertifix1)2)

  1. WAZ 17.05.13 NRW-Regierung geht gegen Grabsteine aus Kinderarbeit vor []
  2. Institut für Ökonomie und Ökumene Südwind,Indien: Kinderarbeit in der Steinindustrie []

Über Sebastian1 / earthlink

Ich studiere im 3. Semester Politikwissenschaft und Geschichte an der LMU. Meine Tätigkeiten sind Recherche zu Kinderarbeit und Drogenpolitik. Des Weiteren helfe ich die Daten auf der Internetseite zu aktualisieren.
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1 Antwort zu NRW-Landesregierung geht gegen Grabsteine aus Kinderarbeit vor

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