5-Jahresplan gegen Kinderhandel in Liberia

Bild: © Erik (HASH) Hersman - Wikimedia Commons

Heute wird die liberianische Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf den 5-jährigen Aktionsplan gegen Menschenhandel offiziell in Monrovia verkünden. Der Aktionsplan ist die Antwort auf entsprechende internationale Forderungen nach solch einem Gesetz.1)

Kinder- und Menschenhandel ist in Liberia noch immer ein großes Problem. Der Bürgerkrieg, der von 1989 bis 2003 andauert, und die Weltwirtschaftskrise haben das Land enorm geschwächt. Liberia ist heute eines der ärmsten Länder der Welt: 84% der Bevölkerung leben unter der international festgesetzten Armutsgrenze von 1,25 US-Dollar pro Tag. Besonders in ländlichen Regionen ist die Armut zu spüren. Nur ein Viertel der Kinder haben Zugang zu sauberem Trinkwasser, 40% leiden an Mangelernährung. Die herrschende Armut im Land begünstigt Kinderhandel und Ausbeutung.2)

Was dabei unter Kinderhandel verstanden werden kann, ist vielfältig. Der Begriff umfasst alles von Arbeitssklaverei, Zwangsprostitution, Organhandel und Kindersoldaten über Zwangsadoption, Bettelei und Drogenhandel bis hin zu Zwangsheirat. Die Täter sind meist unabhängig von Schmugglerbanden und Mitglieder oder Vertraute der Familien der Kinder.3)

Zwei Jahre zuvor, 2011, wurde zwar eine Vereinbarung über die Rechte von Minderjährigen beschlossen, doch die Umsetzung von Gesetzen läuft in Liberia oft extrem schleppend. Dem Rechtssystem mangelt es an Personal und an Mitteln, um effizient und schnell zu arbeiten. Auch die Polizei kann die Ermittlungen oft nicht richtig durchführen – viele Straftaten bleiben demnach ungestraft.4)

Der 5-Jahresplan soll jetzt ein neuer Versuch sein, gegen das profitabel gewordene Geschäft des Menschenhandels vorzugehen. Die Leitung übernimmt dabei das Arbeitsministerium in Zusammenarbeit mit anderen Ministerien und Regierungsabteilungen. Schon 2013 hatte das Arbeitsministerium dem Kabinett den nationalen Aktionsplan vorgestellt und zum offiziellen Leitfaden im Kampf gegen den Menschenhandel deklariert. Dieser soll mit dem Plan nun nicht nur lokal, sondern auch regional und international bekämpft werden.5) Er beinhaltet klare Programmpunkte und Strategien, um gegen alle Formen von Menschenhandel vorzugehen.1)

Doch die Regierung muss, etwa durch Aufklärungskampagnen, auch für ein größeres öffentliches Bewusstsein sorgen. Die Kampagne könnte etwa über die Medien laufen und muss so ausgearbeitet werden, dass sie auch Menschen in peripheren Regionen erreicht. Ansonsten könnte auch dieser Plan gegen Menschenhandel und zum Schutz von Minderjährigen seine Wirkung verfehlen.6)

  1. monroviainquirer.com – Gov`t To Launch 5 – Vr. Action Plan – nicht mehr verfügbar [] []
  2. humanium.org – Children of Liberia – aufgerufen am 25.03.2014 []
  3. donboscomission.de – Dossier zu Kinderhandel – aufgerufen am 25.03.2014- Link nicht mehr verfügbar 19.06.15 []
  4. humanium.org – Children of Liberia – aufgerufen am 25.03.2014 []
  5. allafrica.com – Liberia: Labor Ministry Launches Five-Year Anti-Child Trafficking Plan – nicht mehr verfügbar []
  6. allafrica.com – Welcoming Gov`t`s Five Years Action Plan – nicht mehr verfügbar []

Über inka / earthlink

Ich studiere zur Zeit Ethnologie und Kultur/Sozialanthropologie an der Philippsuni in Marburg. Jetzt mache ich ein 6-wöchiges Praktikum hier bei Earthlink um mal einen Einblick in die journalistische Entwicklungszusammenarbeit und das harte Berufsleben zu bekommen.
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