Christen und Muslime arbeiten gegen Kinderarbeit

Vatikan | Bild: © princess_sarah - MorgueFile

Am Montag vor einer Woche trafen sich Vertreter der katholischen und anglikanischen Kirche und Muslime im Vatikan, um zusammen ein Projekt gegen Sklaverei zu starten.

Das „Global Freedom Network“ ist ein Netzwerk gegen Menschenhandel, Zwangsprostitution und Kinderarbeit. Die Idee stammt von Andrew Forest, australischer Milliardär und Gründer der „Walk Free Foundation“, die sich schon seit längerem gegen jegliche Formen moderner Sklaverei einsetzt. Aktuell wird das „Global Freedom Network“ vom Vatikan, der Anglican Communion und der Cairo`s Islamic al-Azhar University getragen.1)

Mit dem Projekt sollen die G20-Länder dazu gedrängt werden, Sklaverei öffentlich zu verurteilen, und auf 50 verschiedene Großunternehmen soll Druck ausgeübt werden, damit diese ihre Zulieferer genauer auf Sklaverei überprüfen. Außerdem ist es das Ziel, 160 Regierungen davon zu überzeugen, in einen gemeinsamen Fonds zu investieren. Dieser soll nach Möglichkeit 100 Millionen Dollar umfassen und für Projekte gegen die Sklaverei eingesetzt werden.2)

Sklaverei wird heute immer wieder als ein Phänomen alter Zeiten abgetan. Als etwas, das sich in der Zeit der Römer, der Araber und dem Kolonialismus abspielte. In unserer heutigen Welt sehen oder wollen wir sie nicht mehr sehen. Dabei sind fast 30 Millionen Menschen auf der Welt versklavt, mehr als je zuvor. Das Projekt wolle deswegen, nach Angaben von Forest, gegen den Egoismus der wohlhabenden Länder angehen und etwas im Bewusstsein der Menschen verändern.1).

Gemäß dem “Global Slavery Index”, den die “Walk Free Foundation” letztes Jahr veröffentlichte und der alle Formen moderner Sklaverei aufgreift, sind weltweit 29,8 Millionen Menschen versklavt, unter ihnen auch Kinder. Der Bericht griff jegliche Form von Sklaverei auf; von Kindern auf Kakaoplantagen an der Elfenbeinküste und Frauen, die in Moldawien für Sex verkauft werden, bis hin zu Kinderhandel auf Haiti, wo Kinder zum Betteln gezwungen werden. Fast alles, was wir in unserer westlichen Welt benutzen, vom Fußball bis zum Blumenstrauß, stammt relativ sicher aus solch einem „Arbeitsverhältnis“.2)

Mit dem Verweis auf Spendengelder, die in die Länder des globalen Südens fließen, kommt man nicht weit: Weltweit leiden fast genauso viele Menschen unter der Sklaverei, wie es HIV-Positive gibt. Die Spendenunterschiede sind dabei enorm. 18,9 Milliarden stehen kläglichen 100 Millionen US-Dollar gegenüber.3) Die Sklaverei wirft zudem hohe Profite ab. Schätzungen der ILO zufolge erwirtschaftet allein der Menschenhandel 32 Milliarden US-Dollar Profit, und das jährlich.2)

Und auch deswegen ist es wichtig, hart gegen die Sklaverei vorzugehen. So ist es wahrscheinlich, dass es durch die Ausradierung der Sklaverei zu einem wirtschaftlichen Wachstum in den betroffenen Ländern kommen würde, wie Nachforschungen nahe legen.4)

Das Vorgehen der Muslime und Christen gegen die Probleme von Dienstmädchen, Kindersoldaten, Zwangsprostitution und Kinderarbeit ist dabei sicher nur ein erster Schritt. Aber es kann andere motivieren, selbst aktiv zu werden und etwas an den bestehenden Verhältnissen zu verändern.

  1. newsweekpakistan.com – Represantives of major faiths unite to fight slavery under the banner of the global freedom network – aufgerufen am 20.03.2014 [] []
  2. winnipegfreepress.com – Christians, Muslims join forces to eradicate modern-day slavery in Vatican–bassed initiative – aufgerufen am 20.03.2014 [] [] []
  3. fundtoendslavery.org – Spending is no match fort he scale of the problem; nicht mehr verfügbar []
  4. dtj–online.de – Vatikan and al-Azhar starten Anti-Sklaverei-Kampagne – nicht mehr verfügbar []

Über inka / earthlink

Ich studiere zur Zeit Ethnologie und Kultur/Sozialanthropologie an der Philippsuni in Marburg. Jetzt mache ich ein 6-wöchiges Praktikum hier bei Earthlink um mal einen Einblick in die journalistische Entwicklungszusammenarbeit und das harte Berufsleben zu bekommen.
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