Fußball spielen für ein besseres Leben

Bild: © singhajay - MorgueFile

11 Tage, 3 Stunden, 30 Minuten, 11 Sekunden – der Countdown zum zweitem Street Child World Cup, dieses Mal zur Weltmeisterschaft in Brasilien, läuft. Kurz vor dem wohl beliebtesten Sportereignis der Welt, der Fußballweltmeisterschaft, haben kleinere Sportler die Chance ihr Können unter Beweis zu stellen.

Schätzungsweise 100 Millionen Kinder leben weltweit auf der Straße und sind dort vielen Gefahren, wie etwa der Verstrickung in die organisierte Kriminalität, ausgesetzt. Und auch mit der Bezeichnung „Straßenkind“ sind viele Vorurteile verbunden, die den Kindern den Weg in ein geregeltes Leben erschweren.1) „They are often seen as criminals without the potential to leave street life behind, they are viewed as waste or garbage and treated accordingly.“ so äußern sich die Veranstalter selbst gesellschaftskritisch zu diesem Problem.2)

Der Street Child World Cup (SCWC) soll den Kindern die Chance geben, wahrgenommen zu werden und gegen Vorurteile anzugehen. Beim Fußball können sie losgelöst von ihren Ängsten ganz sie selbst sein und Erwachsene bekommen die Chance sie anders wahrzunehmen.

SCWC setzt dabei vor allem auf die Autonomie der Kinder und stellt sie klar in den Mittelpunkt des Projekts. Zum letzten Street Child World Cup, der 2010 zur WM in Südafrika stattfand, war ein Teil der Veranstaltung auch die erste „International Street Child Conference“, in denen die Kinder zusammen die Durban Declaration und die Street Girl Manifesto erarbeiteten. In der Durban Declaration wurden die Dinge gesammelt, die die Kinder als notwendig für die Änderung ihrer Situation erachteten. Enthalten war etwa die Aufforderung, gegen die Straffreiheit bei Vergewaltigungen von Straßenkindern vorzugehen, präventive Maßnahmen zu initiieren und Organisationen, die sich für Straßenkinder einsetzen, zu unterstützen. Die Organisatoren von SCWC leiteten die Durban Declaration dann an das UN Komitee für Menschenrechte, Regierungen und Menschenrechtsorganisationen weiter.

Das Street Girls Manifesto wurde zusammen mit Plan International entworfen und als Teil der 2010 erschienenen Kampagne „Because I am a Girl“ veröffentlicht.1) Mit „Because I am a Girl“ setzt sich Plan International für die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen ein.3)

Dieses Jahr startet das Projekt mit der globalen Kampagne “I AM SOMEBODY”, die von den Kindern selbstständig geleitet wird. Sie sollen die Chance haben, sich selbst im öffentlichem Bewusstsein als Kinder mit Rechten, Stolz und einer besseren Zukunft, zu präsentieren.4)

Neben Fußball finden für die Kinder auch andere Aktivitäten wie Kunst, Musik und Schule statt. Jedes Team wird von einem Partnerprojekt unterstützt, das sie vor, während und nach den Spielen unterstützt. Daran soll sich auch dieses Mal nichts ändern, nur das alles in einem wesentlich größerem Rahmen stattfindet als noch 2010 in Südafrika.1) Statt acht Teams sind nun knapp 20 mit dabei, unter ihnen El Salvador, Zimbabwe, Argentinien und Pakistan, aber auch England und die USA.5)

Die Organisatoren unterstützen die Kinder nicht nur bis zum Ende des SCWC, sondern auch weit darüber hinaus. Von den Kindern, die 2010 an der Weltmeisterschaft in Südafrika teilgenommen haben, sind viele wieder zu ihrer Familie zurückgekehrt, machen ihren Schulabschluss oder eine Ausbildung. Und auch im internationalen Rahmen kann die Kampagne die Aufmerksamkeit für die Belange und Wünsche für Straßenkinder steigern.1)

  1. Street Child United: About us ; aufgerufen am 05.03.2018 [] [] [] []
  2. streetchildworldcup.de – I AM SOMEBODY – Link nicht mehr verfügbar []
  3. plan-deutschland.de – Because I am a Girl…Weil ich ein Mädchen bin – nicht mehr verfügbar []
  4. streetchildworldcup: I AM SOMEBODY – Link nicht mehr verfügbar []
  5. streetchildworldcup: Teams – Link nicht mehr verfügbar []

Über inka / earthlink

Ich studiere zur Zeit Ethnologie und Kultur/Sozialanthropologie an der Philippsuni in Marburg. Jetzt mache ich ein 6-wöchiges Praktikum hier bei Earthlink um mal einen Einblick in die journalistische Entwicklungszusammenarbeit und das harte Berufsleben zu bekommen.
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