Analphabetismus bei arabischen Kindern – ein Problem oder ein Phänomen?

Bild: © DFID - UK Department for International Development - Wikimedia Commons

Man spricht immer von Kinderrechten ohne danach zu fragen, welche Rechte genau Kinder haben sollen. Kinder sind Menschen, und alle Menschenrechte stehen auch allen Kindern zu. Bildung, Ausbildung und Entwicklung gehören zu den Kinderrechten, wie sie in der UN-Kinderrechtskonvention stehen. In vielen arabischen Ländern leben viele Kinder ohne Möglichkeit auf Schulbildung. Und unter den 100 Millionen Analphabeten in den arabischen Staaten (z.B.: Ägypten, Sudan, Algerien, Marokko und Jemen) sind 6,188 Millionen Kinder.1)

Die Liga der arabischen Länder feiert am 8. Januar jeden Jahres den Tag der Analphabetisierung und Erwachsenenbildung. Gleichzeitig gibt es viele Kinder zwischen 5 und 17 Jahren, die keine Schule besuchen und nicht lesen und schreiben können und die man zu früh als Analphabeten bezeichnet. Der Rechtsanwalt Bechir sagt „ Wenn Kinder zur Schule gehen könnten und lesen und schreiben lernen, dann hätten wir kein Problem mehr mit der Kinderarbeit“. Er betont auch, dass Analphabetismus bei den Kindern kein Phänomen, sondern ein großes Problem in fast allen arabischen Gesellschaften ist.2)
„ Doch die Kinderarbeit steht in engem Zusammenhang mit Bildung und die Zukunft unserer Kinder besteht vor allem aus Bildung“, sagt die Autorin Kuwari, Direktorin des Kinderliteratur-Zentrums. Diese erklärt, dass die Kultur einer Gesellschaft und die Interessen der Familie für Kinder eine wichtige Rolle spielen. Sie fügt hinzu, dass die meisten arbeitenden Kinder keine Schule besucht haben und nicht schreiben und lesen können. “Und wenn die Eltern selbst Analphabeten sind, was für eine Zukunft könnte man dann für ihre Kinder erwarten?!” “Wir bemühen uns intensiv darum, dass wir alle Kinder wenigstens lesen und schreiben lernen lassen. Und wenn wir das machen könnten, wäre Großes erreicht“, äußert die Schriftstellerin Schikah Siahra weiter. Das Bildungsniveau der Eltern ist entscheidend für die Gestaltung der Zukunft ihrer Kinder. Und nach einer neuen Studie kann ein Vater mit Schulbildung einen solchen Kreislauf der Armut durchbrechen.3)
Die Hauptprobleme, die Kinder daran hindern, zur Schule zu gehen, sind:
– die geringe Bildung und Lernschwierigkeiten. Es ist bekannt, dass Bildung in einigen arabischen Ländern ihre Mängel hat. Im Jemen zum Beispiel gibt es sogar in vielen Gebieten keine Schulen und nur unter Bäumen kann man lernen.
– frühe Verheiratung
– schwierige wirtschaftliche Situation der Familie (Armut)
– mangelndes Interesse an Bildung in der Familie
– der Einsatz von körperlicher Bestrafung durch Lehrer gegen Schüler
– keine Schule in der Nähe des Hauses. Manche Kinder müssen eine Stunde zu Fuß laufen, um eine Schule besuchen zu können.4)

 

  1. ar.wikipedia: 10.12.2014 الأمية_في_الوطن_العربي []
  2. Bechir.Labidi: 10.12.2014 مقالات بشيرالعبيدي ; nicht mehr verfügbar []
  3. al-sharq: 10.12.2014 الكتابة للطفل ليست بالأمر السهل []
  4. wafainfo: 10.12.2014 ظاهرة التسرب من المدارس واسبابها []

Über ahmed / earthlink

Ich heisse Ahmed aus dem Jemen. Als Menschenrechtler arbeite ich bei Seyaj Org. fuer Kinderheit seit mehr als 4.Jahren. Ich mache zur Zeit mein Praktikum bei EarthLink e.V ,um neue Erfahrungen und Faehigkeiten zu haben.
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