Bis 2020 will Honduras die Kinderarbeit reduzieren

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Honduras gilt als eines der ärmsten Länder Zentralamerikas, nur Haitis Bewohner sind noch mittelloser. Schätzungen zufolge leben 71.6 Prozent der Honduraner unterhalb der Armutsgrenze. Viele Menschen aus Honduras versuchen der Armut zu entkommen, indem sie nach Norden, in die USA auswandern.

Zudem ist die Arbeitslosenquote in Honduras extrem hoch, deshalb müssen viele Kinder schon in jungen Jahren ihre Familien unterstützen und durch Arbeit etwas Geld für das Überleben der Familie dazu verdienen.1) So kommt es, dass sich die Beschäftigungsquote von honduranischen Kindern auf einem beträchtlichen Niveau befindet. Von rund zwei Millionen Kindern in Honduras müssen circa 14 Prozent arbeiten. Demnach arbeiten insgesamt 371.386 Minderjährige im Alter zwischen 5 und 17 Jahren, davon besuchen nur 4,9 Prozent die Schule und fast 60 Prozent der Minderjährigen sind in der Landwirtschaft beschäftigt. Oftmals werden die Kinder noch in anderen Sektoren der Wirtschaft eingesetzt. So sind 3,1 Prozent der Angestellten im Baugewerbe jünger als 15 Jahre und gelten somit als minderjährig. Für ihre Arbeit, die oft mit der von Erwachsenen gleichzusetzen ist, erhalten die Kinder in den meisten Fällen nicht einmal den Mindestlohn.2)

Doch nun hat die Regierung in Tegucigalpa ein Vorhaben vorgestellt, welches diese negative Entwicklung stoppen soll. Die Verantwortlichen haben sich zum Ziel gesetzt, die Kinderarbeit im Land bis zum Jahr 2020 auszulöschen. Dabei sollen schon in diesem Jahr die Umstände im Bereich der Landwirtschaft – der Sektor in dem die Kinderarbeit am schlimmsten ist – verbessert werden.

Honduras erhält Unterstützung vom US-amerikanischen Bundesamt für Arbeit (Department of Labor), um dieses ambitionierte Vorhaben erfolgreich durchführen zu können. Das Projekt soll unter dem Namen „Futuros Brillantes“ (in etwa: glänzende Zukunft) anlaufen und sieht vor, dass unter anderem 5.150 Kinder und 517.000 Haushalte unterstützt werden.3)

Die USA wollen sieben Millionen Dollar bereitstellen, um die Arbeitsverhältnisse und- rechte der Menschen in Honduras zu verbessern sowie die Kinderarbeit zu verringern. Das Geld soll unter anderem für Bildungsmöglichkeiten für Kinder eingesetzt werden. Denn so steigt die Wahrscheinlichkeit für Mädchen und Jungen, dem Teufelskreis der Kinderarbeit entkommen zu können. Zudem soll durch gezielte finanzielle Unterstützung der betroffenen Familien die Kinderarbeit reduziert werden. Denn so verbessere sich die Lebensgrundlage der Familien und verringere sich die Notwendigkeit, die Kinder zum Arbeiten zu schicken, so die Überlegungen der Verantwortlichen.4) Allerdings beinhaltet das Projekt keine detaillierten Ausführungen darüber, inwiefern die Familien unterstützt werden sollen.

Es bleibt zu hoffen, dass die Vorhaben schnellstmöglich und gewissenhaft umgesetzt werden. Denn eine erfolgreiche Realisierung des Projekts würde sowohl den honduranischen Kindern als auch den armen Familien zugutekommen.

  1.  Wikipedia: Honduras – Soziales – Stand 30.03.2015 []
  2.  Fides: Amerika/Honduras: Kinderarbeit: Minderjährige ausgebeutet und unterbezahlt – Stand 30.03.2015 []
  3. HRN: La voz de Honduras: Honduras erradicará el trabajo infantil para el 2020; nicht mehr verfügbar []
  4.  Technical Cooperation Project Summary – Stand 30.03.2015 []

Über Joe / earthlink

Ich habe in Bamberg mein Politikwissenschaftsstudium beendet und möchte nun die ersten praktischen Erfahrungen bei EarthLink sammeln. Ich interesse mich sehr für Nachhaltigkeits- und Gerechtigkeitsthemen. In meinem zukünftigen Berufsleben würde ich mich gerne weiterhin für diese Interessen einsetzen.
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1 Antwort zu Bis 2020 will Honduras die Kinderarbeit reduzieren

  1. gieselher sagt:

    sie sind super danke für ihren einsatz

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