Finnisch-schwedisches Unternehmen in Kinderarbeit verstrickt – Kinder schuften auch in Papierfabriken!

Bild: © Samrat35 - Dreamstime

Dem finnisch-schwedischen Papierhersteller Stora Enso wird Kinderarbeit vorgeworfen. Nach Untersuchungen der Lieferkette des Unternehmens seitens der schwedischen Zeitung Veckans Affärer wurde öffentlich, dass dieser wissentlich Kinder in seinen Fabriken in Pakistan hat arbeiten lassen. Nach dem Bekanntwerden im März dieses Jahres hat eine Pensionskasse in Schweden namens AP7 ihre 4,1 Millionen Dollar schwere Beteiligung an Stora Enso aufgekündigt. Die Pensionskasse ist nämlich verpflichtet nur mit Firmen zusammenzuarbeiten, welche sich an staatlich festgelegte Arbeits- und Menschenrechtsgrundsätze halten.1)

Das erschreckende ist, dass in zusätzlich dazu in einem Beitrag des schwedischen TV-Senders TV4 bekannt wurde, dass der Papierhersteller seit 20121) über die Missstände Bescheid wusste. Desweiteren beschreibt der Bericht der Zeitung wie Zulieferunternehmen von Stora Enso Kinder als Arbeitskräfte anheuern, um auf Müllhalden nach recyceltem Papier zu suchen. Dieses wird dann entweder an einen Zwischenhändler verkauft oder geht direkt an „Bulleh Shah Packaging“, ein Tochterunternehmen von „Packages Ltd.“, an dem Stora Enso eine 35 prozentige Beteiligung hat. Laut Lauri Peltola, einer leitenden Angestellten bei Stora Enso, würde es nichts bringen „einfach davonzulaufen“ und die Kinder zu entlassen, da sie ansonsten auf die kriminelle Bahn geraten, um sich Geld zu beschaffen. Man müsse eher den Ursprung und zwar die Armut in ihren Familien besiegen, was allerdings ein schwieriges Unterfangen darstelle2). Aber macht es sich das Unternehmen mit solchen Aussagen nicht ein wenig zu einfach?
2,5 Millionen Kinder (meist im Alter zwischen zehn und 14) brechen in Pakistan die Schule ab, um zu arbeiten und ihre Familien zu unterstützen, wobei sie für die Arbeit weniger als 2 Euro am Tag verdienen3). Gemäß SEBCON (Socio-Economic Business Consultants of Islamabad-Pakistan) entsteht über die Hälfte, genau genommen 54 Prozent, des Papierangebots in pakistanischen Fabriken durch die Hände von Kindern. Selbstverständlich birgt die Arbeit auf Müllhalden aufgrund der toxischen Chemikalien und scharfen Gegenständen auch ein enormes gesundheitliches Risiko. Zudem erhalten die Kinder keinerlei Schutzkleidung und müssen auch in extremer Hitze arbeiten.
Die Vorwürfe gegen Stora Enso wiegen schwer, sodass es nicht verwunderlich ist, dass das Unternehmen begonnen hat, auf die negative Presse zu reagieren. Es versucht mit der Offenlegung der Arbeitsbedingungen in all seinen Produktionsstätten für Transparenz zu sorgen und kooperiert mit internationalen Organisationen beispielsweise der ILO4) . Heute heißt es z.B., es sei „inakzeptabel“, dass Kinder in den Fabriken arbeiten.
Ob dies alles nur Teil einer Imagekampagne ist, sei dahingestellt. Fakt ist, dass gerade Firmen, die in von Kinderarbeit geprägten Ländern produzieren, sich ihrer Verantwortung bewusst werden und entsprechend handeln müssen.

  1. Global Research: Swedish Paper Manufacturing Giant Blacklisted for Child Labor Practices – aufgerufen am 28.04.2015 [] []
  2. Helsinki Times: Stora Enso admits child labour an issue in Pakistan – aufgerufen am 28.04.2015 []
  3. Global Research: Swedish Paper Manufacturing Giant Blacklisted for Child Labor Practices – aufgerufen am 28.04.2015 []
  4. GlobeNewswire: Stora Enso and ILO sign unique partnershipto promote decent work and combat child labour – aufgerufen am 28.04.2015 []

Über Cleo / earthlink

Momentan studiere ich im sechsten Semester Politikwissenschaft in München. Durch das Praktikum bei Earthlink erhoffe ich mir eine praktische Abwechslung zum recht theoretischem Studium :)
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