Kinderarbeit: Jeder Einzelne trägt Verantwortung

Bild: © U.S. Navy / Todd Frantom - Wikimedia Commons

Die Problematik der weltweiten Ausbeutung von Kindern in Form von Kinderarbeit ist allgemein bekannt. Besonders in Dritte Welt Ländern ist der Anteil an Kindern, die tagtäglich schuften müssen enorm. Im Süden Afrikas arbeiten 10,4 Prozent aller Kinder, 21,4 Prozent sogar unter gefährlichen Bedingungen. In Lateinamerika, Asien und im mittleren Osten sind rund neun Prozent der jüngsten Generation Opfer von Kinderarbeit. Zwischen vier und sieben Prozent von ihnen leisten gefährliche Kinderarbeit.1) Trotzdem schrecken viele Menschen nicht davor zurück, Produkte fragwürdiger und unter Verdacht von Kinderarbeit stehender Unternehmen zu konsumieren. Hier stellt sich die Frage nach dem WARUM? Obwohl sich die Grundeinstellung der deutschen Bevölkerung in Richtung nach- und werthaltige Gesellschaft entwickelt, wird dem sehr heiklen Thema der Kinderarbeit nur sehr wenig Aufmerksamkeit geschenkt.

Die Gründe hierfür sind vielschichtig. In erster Linie schreckt der „höhere“ Preis ethisch einwandfreier Produkte 78 Prozent der Bevölkerung ab, diese zu kaufen. Vor allem sind sie nicht bereit, mehr für nachhaltige und verantwortungsbewusste Unternehmen auszugeben, da sie daraus keinen Mehrwert ziehen. Viele der Befragten wären laut Statista durchaus bereit, werthaltige Güter zu konsumieren, würden sie für den Kauf in irgendeiner Weise belohnt werden. Sie würden mehr für kinderarbeitsfreie Produkte ausgeben, würden sie damit eine positive Veränderung oder die Bekämpfung der Ursachen fördern.2)

In diesem Zusammenhang sind sowohl Unternehmen selbst als auch die Politik gefragt. Für beide hätte es Vorteile, dieses Thema aufzugreifen, darüber aufzuklären und dagegen anzukämpfen. Denn somit würden sie auf den Wertewandel in der deutschen Gesellschaft eingehen und das Vertrauen von Konsumenten steigern. Noch dazu legen immer mehr Menschen Wert auf nachhaltige und umweltbewusste Unternehmen.3) 9,28 Millionen Deutschen ab 14 Jahren ist es einer Umfrage zufolge wichtig, dass die jeweiligen Unternehmen sozial und ökologisch verantwortlich handeln.4) Information und Aufklärung ist hier der erste Schritt in Richtung Umdenken der Konsumenten. Eine klare, allgemein bekannte und gültige Kennzeichnung nachhaltiger Unternehmen könnte in weiterer Folge ein Lösungsansatz sein.

Jedoch kann man die Verantwortung, den Menschen ethischen Konsum zu vermitteln, nicht nur Politikern, Unternehmen und Medien überlassen – auch wenn Meinungsbildung wesentlicher Bestandteil der Strategie gegen Kinderarbeit und für Ablehnung verantwortungsloser Unternehmen ist. Wirklich bewirken können nur die Konsumenten selbst etwas, indem sie ihr Kaufverhalten ändern. Somit liegt die Verantwortung, dieser Meinung sind über 30 Prozent der Deutschen, bei jedem Einzelnen.5) Die Konsumenten bestimmen selbst, welche Kaufkriterien für sie relevant sind und welche nicht. Momentan geben 14,7 Prozent aller Konsumenten an, dass ihnen sozial verträgliche Produktion beim Kauf vollkommen unwichtig ist.6) Über die Konsequenzen hierüber sind sich jedoch wenige bewusst. Hier schließt sich der Kreis. Einmal mehr wird deutlich, wie sehr der deutschen Gesellschaft Informationen über Auswirkungen ihres „Zusehens“ in Bezug auf Kinderarbeit fehlen.

  1. Statista: Kinderarbeit in verschiedenen Weltregionen – aufgerufen am 8.7.2015 []
  2. Statista: Ich würde häufiger ethisch einwandfreie und verantwortungsbewusst hergestellte Produkte kaufen, wenn… – aufgerufen am 8.7.2015 []
  3. Bundeszentrale für politische Bildung: Einleitung: Wertewandel, Individualisierung, Erlebnisgesellschaft – aufgerufen am 8.7.2015 []
  4. Statista: Umfrage zu sozialer und ökologischer Verantwortung als Kaufkriterium bis 2014 – aufgerufen am 8.7.2015 []
  5. Statista: Umfrage zu Impulsgebern beim Ethischen Konsum 2013 – aufgerufen am 8.7.2015 []
  6. Statista: Umfrage in Deutschland zu unwichtigen Kaufkriterien für Kleidung 2013 – aufgerufen am 8.7.2015 []

Über Helena / earthlink

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