Philippinen: Lehrer gegen Kinderarbeit

Bild: © Judgefloro - Wikimedia Commons

Auf den Philippinen sollen zukünftig Lehrer vermehrt in die Bekämpfung von Kinderarbeit einbezogen werden. Das philippinische Arbeitsministerium hat eine Checkliste mit möglichen Indikatoren, welche auf Kinderarbeit hinweisen könnten, entwickelt.

35 Prozent der philippinischen Kinder müssen arbeiten. Die meisten von ihnen, 65 Prozent, gehen anstrengenden und gefährlichen Tätigkeiten  in der Landwirtschaft nach. Und knapp 30 Prozent arbeiten im Dienstleistungsgewerbe, welches auch Prostitution beinhaltet.1) Von einem Großteil der Bevölkerung wird Kinderarbeit toleriert. Eine Aufgabe ist es, Aufklärungsarbeit zu leisten und zu verdeutlichen, dass die Arbeit den Kindern langfristig schaden wird. Eine Kultur, in der Kinderarbeit nicht als normal angesehen wird, ist notwendig, um die Kinder zu schützen. Für Familien, die auf das Einkommen der Kinder angewiesen sind, müssen Möglichkeiten geschaffen werden, eine Schulbildung finanziell tragen zu können.

Um Kinder und Familien aus dem Kreislauf der Kinderarbeit zu befreien, ist Bildung notwendig. Kinder, die arbeiten müssen, haben weniger Chancen, später einem angemessen bezahlten Beruf nachzugehen. Somit sind dann in den meisten Fällen ihre Kinder ebenfalls gezwungen, zu arbeiten. Es ist ein Armutskreislauf, der ohne Hilfe Dritter nur schwer zu durchbrechen ist.

Viele Kinder arbeiten und besuchen nebenher den Unterricht. Das philippinische Arbeitsministerium will nun die Lehrer zur Hilfe nehmen. Sie verbringen als Außenstehende viel Zeit mit den Kindern und können in der Regel feststellen, ob einer der Schüler zum Arbeiten gezwungen ist. Die Liste der Indikatoren soll hier einige Anhaltspunkte geben. Es wird an die Verantwortung der Lehrer appelliert, ihren Einfluss als Vertrauensperson und Vorbild zu nutzen. Sie können den Kindern helfen, ihr Potential zu entfalten und diese über ihre Rechte aufklären. Bei Fällen von Kinderarbeit sind sie dazu angehalten, diese an die Regierung zu kommunizieren.

Lehrer können die Laufbahn eines Kindes stark beeinflussen und diese inspirieren, sich weiterzubilden. Bildung ist der erste Schritt aus dem Kreislauf der Arbeit in jungen Jahren, und dieses Bewusstsein sollen sie vermitteln.2)

  1. CIA, The World Factbook: Philippines Stand 9.7.15 []
  2. Rappler, Teachers told to help identify child labors among students Stand 9.7.15 []

Über Katharina / earthlink

Ich studiere Politikwissenschaften an der LMU München und bin für ein Praktikum bei earthlink e.V., um Erfahrungen in der entwicklungspolitischen Bildung zu sammeln.
Dieser Beitrag wurde unter sonstiges abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.