UK: Cameron setzt Maßnahmen gegen Kinderarbeit und Menschenhandel

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Der britische Premierminister David Cameron verpflichtet Großunternehmen dazu, offenzulegen was sie gegen moderne Sklaverei – demnach ausbeuterische Arbeitsbedingungen und Menschenhandel – tun und wie sie ihre Lieferantenketten überprüfen.

Ab Oktober 2015 sind alle Konzerne mit einem Umsatz von mehr als 50 Millionen Euro pro Jahr – somit 12 000 Unternehmen – in Großbritannien dazu gezwungen, jährlich eine Erklärung abzugeben, welche konkreten Maßnahmen sie im Kampf gegen Kinderarbeit, Ausbeutung und Menschenhandel ergreifen, um sichergehen zu können, dass ihre jeweiligen Produkte ohne jegliche moderne Sklaverei hergestellt wurden.

Diese neuen Maßnahmen sind Teil des “Akts der modernen Sklaverei“ und wurden von Cameron auf Grund seines bevorstehenden Besuchs in Vietnam verabschiedet. Gerade in Vietnam stellt der Menschenhandel ein enormes Problem dar. Zumeist sind Opfer moderner Sklaverei und des Menschenhandels in Großbritannien ursprünglich aus diesem Staat.

Daher sind nicht nur Einschränkungen und Verpflichtungen für Konzerne Teil Camerons Strategie gegen Ausbeutung von Menschen und vor allem Kindern, sondern auch die enge Kooperation mit der vietnamesischen Regierung. Noch dazu werden Sanktionen gegen Verantwortliche verschärft.

Derzeit arbeiten rund 3 000 Kinder auf britischen Cannabisfarmen oder in Nagelstudios. Monatlich erhöht sich diese Zahl um Dutzende Kinder. Cameron gibt sich entsetzt. Er möchte die Ausbeutung von Kindern durch kriminelle Banden und Konzerne in Großbritannien um jeden Preis stoppen. Genau deshalb setzt er auf die enge Zusammenarbeit mit Vietnam. Er möchte den Ursprung des Problems erkennen und Schritt für Schritt beheben.

Die britische Regierung verspricht in diesem Zusammenhang mehr Anlaufstellen für Opfer von Menschenhandel in Großbritannien und Kampagnen- bzw. Aufklärungsarbeit in Vietnam, um zu verhindern, dass junge Frauen und Kinder überhaupt in die Hände krimineller Banden geraten.

So viel Positives die Vorgehensweise Großbritanniens auch mit sich bringt, Kritik bleibt nicht aus. Ein großer Teil der in Großbritannien verkauften Kleidung beruht in irgendeiner Form auf moderner Sklaverei beziehungsweise Kinderarbeit. Natürlich sind diese neuen Maßnahmen ein erster Schritt in die richtige Richtung, trotzdem haben auch sie gewisse Lücken. Subunternehmen britischer Konzerne, die ihre Standorte in anderen Ländern haben, sind von diesen „neuen Verpflichtungen“ ausgeschlossen.

Gerade hier gilt es jedoch im Kampf gegen Ausbeutung anzusetzen, denn viele Konzerne entziehen sich so ihrer Verantwortung. Öffentlich beharren sie darauf, auf die Tätigkeiten diverser Subunternehmen keinen Einfluss zu haben. In der Realität sieht die Sache jedoch ganz anders aus. Konzerne wissen genauestens Bescheid über die Machenschaften ihrer Lieferanten, nutzen jedoch Gesetzeslücken – wie eben die zuvor genannten – aus, um möglichst günstig zu produzieren und so möglichst viel Gewinn zu machen.1)2)3)

  1. BBC: Slave Labour: David Cameron orders firms to prove action – aufgerufen am 29.7.2015 []
  2. Mail Online: Firms to reveal action on ensuring slave labour is not being used – aufgerufen am 03.09.2015 []
  3. Drapers: Bussinesses must prove slave labour is not being used says Prime Minister – aufgerufen am 29.7.2015 []

Über Helena / earthlink

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