Massenkonsum an Feiertagen: Wie unsere Nachfrage nach Rosen Kinderarbeit fördert

Rosenplantage in Ecuador

Bild: © Myskoxen [CC0 1.0] - Wikimedia Commons

Valentinstag, Rosenmontag oder Muttertag. Tage an welchen das Geschäft mit Rosen boomt. Zeiten, zu welchen der Import an Rosen nach Deutschland besonders hoch ist. So wurden beispielsweise im Februar 2017 anlässlich des Valentinstages 134 Millionen Rosen nach Deutschland importiert.1) Ein großer Teil der Rosen, welcher importiert wird stammt aus den Niederlanden.2) Da in diesen Breitengraden Temperaturen wie in Deutschland herrschen, fällt die Zucht von Rosen in den Wintermonaten eher gering aus.3)

Genau diese Rosen, die vor allem in den kalten Monaten (wie zum Valentinstag) nicht  aus Holland geliefert werden, stammen unter anderem aus Kenia, Sambia oder Ecuador. So wie in vielen anderen wirtschaftlich schwachen Ländern, kommt es auch dort im landwirtschaftlichen Bereich häufig zu Kinderarbeit. Weltweit handelt es sich um 60 Prozent der Kinderarbeit, die in landwirtschaftlichen Bereichen vorkommt.4)

Meist ausgelöst durch die vorherrschende Armut, haben die Kinder keine andere Wahl als zu arbeiten um ihre Familie zu unterstützen.5) Reparaturen vornehmen, Sortieren der Blumen oder mit Pestiziden hantieren ist der gesundheitsschädigende und körperlich anstrengende Arbeitsalltag dieser Kinder.6)

Völkerrechtlich sind Kinder zwar vor Arbeitsausbeutung geschützt, die schwierige Durchsetzung und Klagemöglichkeiten des Völkerrechts erschweren es jedoch gegen Kinderarbeit auf Rosenplantagen vorzugehen.5)

Nun wollen die Menschen am Valentins- oder Muttertag  mit ihren verschenkten Rosen Freude bereiten. Auch wenn sich eine Durchsetzung von Völkerrechtsbestimmungen als schwierig erweist, kann der Einzelne darauf achten, aus welchen Plantagen seine Rosen kommen. Diesen Weg gehen immer mehr.

Für viele Verbraucher stellt sich heutzutage die Frage, aus welchen Verhältnissen die Rose für den Partner stammt. 367 Millionen faire Blumen wurden allein 2016 verkauft – Tendenz steigend.7) Um zu garantieren, dass die Rosen aus fairen Verhältnissen kommen, lohnt es sich auf Label zu achten und sich direkt bei Blumenläden über Herkunft und Arbeitssituationen zu informieren. Die direkte Nachfrage dient dabei nicht nur zur persönlichen Information, sondern zeigt den Blumenhändlern die Relevanz und Nachfrage nach fairen Blumen auf: Und Nachfrage generiert das Angebot.

Ein Label, an welchem man sich orientieren kann, welches eine faire und kinderarbeitslose Produktion verspricht, ist das Fairtrade-Label. Wichtige Aspekte des Labels sind größere Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz, geregelte Arbeitszeiten und Sozialleistungen. Durch Fairtrade-Produktionen wird außerdem gewährleistet, dass Kinderarbeit auf den Plantagen keinen Platz findet.8)

Durch Investitionen in Gemeinschaftsprojekte wird zusätzlich die schulische Bildung der Kinder unterstützt. Mütter, die auf Fairtrade-Plantagen arbeiten bekommen neben einem besseren Lohn zusätzlich Unterstützung für die Schulgebühren ihrer Kinder, wodurch sie  sich die Schulbildung ihrer Kinder leisten und ihnen eine Perspektive bieten können. Aber selbst Kinder, deren Eltern nicht auf Fairtrade-Blumenplantagen arbeiten, können durch solche Projekte die Schule besuchen.8)

Um nicht nur der eigenen Mutter am Muttertag eine Freude zu bereiten, lohnt es sich, darüber nachzudenken, wie der eigene Konsum sich auf die Situation von anderen Müttern auswirkt. Und ob es in diesem Zuge nicht wünschenswert ist, dass andere Mütter ihren Kindern Bildung ermöglichen können und diese nicht zur Kinderarbeit gezwungen werden.

  1. bankenverband: Valentinstag – florierende Geschäfte zum Tag der Liebe; Artikel vom 8.2.2018 []
  2. statista: Wichtigste Herkunftsländer für Rosenimporte nach Deutschland nach Importvolumen im Jahr 2017; Veröffentlicht März 2018 []
  3. greenpeacemagazin: 1.Beispiel: Aldi-Rosen; Ausgabe 2.05 []
  4. ILO: Child labour in agriculture; zuletzt aufgerufen am 18.2.2019 []
  5. FIAN: Blühende Zukunft?Verletzung von Kinderrechten durch die Blumenindustrie; Dezember 2006 [] []
  6. earthlink: Wenn Blumen sprechen könnten; zueltzt aufgerufen am 18.2.2019 []
  7. Fairtrade: Fairtrade blüht: 367 Millionen faire Rosen verkauft; 24.1.2017 []
  8. Fairtrade: Rosige Zeiten; Stand 2018 [] []

Über Jacqueline / earthlink

Hi, ich bin Jacqueline und studiere Politikwissenschaft an der LMU München. Ich interessiere mich für internationale Politik und besonders die Auswirkungen unseres Handelns auf den Rest der Welt sind für mich spannend.
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