Mazedonien

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in Zahlen

  • Gesamtbevölkerung: 2.082.370 Einwohner (Stand: Juli 2012)1)
  • 0-14 Jahre: 18,2%1)
  • 6 Prozent der Kinder zwischen 5 – 14 Jahren arbeiten2)

Tätigkeiten / Produkte

  • Straßenverkauf
  • in Bars und Restaurants
  • Betteln
  • Kinderhandel zur sexuellen Ausbeutung3)

Allgemeine Rahmenbedingungen

Fallbeispiel

Die 17-jährige Ana leidet unter Depressionen und ständigen Kopfschmerzen. Mit 15 wollte Ana wie viele junge Leute den Sprung ins verlockende Ausland wagen. Doch die Frau, die ihr und einer Freundin Hilfe anbot, verkaufte sie an Menschenhändler. Wie Waren wurden sie begutachtet. Sie mussten sich ausziehen und potenziellen „Käufern“ die Zähne zeigen. Schließlich wurde Ana für umgerechnet 1.500 Euro an einen Barbesitzer verkauft. Nun musste sie Striptease tanzen, mit den Kunden trinken und ihren Körper anbieten. Ana wurde vergewaltigt und geschlagen. Dreimal wurde sie weiter verkauft. Ein Brief an ihre Mutter war schließlich die Rettung: Polizisten fanden Ana und brachten sie in das vom Internationalen Büro für Migration (IOM) betreute Heim in Chisinau. Ana hat noch immer Angst vor Autos mit einer bestimmten Farbe, Angst vor den Männern. Sie traut sich nicht in ihr Dorf, weil sie sich schämt. Und weil sie nicht weiß, wie das Leben dort weitergehen soll.4)

  • es herrschen innenpolitische Spannungen aufgrund des Konflikts zwischen den beiden größten Nationalitäten, den Mazedoniern und den Albanern
  • EU- Beitrittsverhandlungen werden durch Griechenland blockiert5)
  • Arbeitslosenquote: 31,3% (Stand: 2012), die höchste Rate Europas1)
  • 2010 lebten 30,9% der Menschen unter derArmutsgrenze1)
  • Mazedonien beheimatet in etwa 200 000 Roma (und ist damit in absoluten Zahlen Spitzenreiter in Europa). 40.000 – 50.000 von Ihnen leben unter  menschenunwürdigen Verhältnissen in Ghettos rund um die Hauptstadt Skopje. Die hygienischen Verhältnisse sind katastrophal, die Versorgungslage der meisten Kinder ungenügend. Da viele Roma illegal und am Rande der Gesellschaft in Mazedonien leben, werden nur wenige Roma-Kinder eingeschult; der überwiegende Teil von ihnen bleibt Analphabeten6)

Schulbildung

  • Alphabetenrate laut UNICEF: 99%
  • 97% der Jungen und 93% der Mädchen werden eingeschult, die Sekundarstufe besuchen regelmäßig ca. 78%7)
  • Schulpflicht: es besteht Schulpflicht bis zum Alter von 15 Jahren, danach muss mindestens für 2 Jahre eine Art der weiterführenden Schule besucht werden (z.B. Berufsschule)8)

Ursachen für Kinderarbeit

  • weit verbreitete Armut9)
  • ILO Konvention Nr. 138: ratifiziert am 17.11.1991, Ausnahmeregel: Mindestalter 15 Jahre10)
  • ILO Konvention Nr. 182: ratifiziert am 30.05.199311)
  • UN- Kinderrechtskonvention: ratifiziert 200112)
  • UN Zusatzprotokoll Kinderhandel: ratifiziert am 17.10.200313)
  • UN- Zusatzprotokoll bewaffnete Konflikte: unterschrieben am 17.07.2001, noch nicht ratifiziert14)
  • nationale Gesetze: Mindestalter für leichte Arbeit: 15 Jahre, für Anstellung im Rahmen einer ausbildung: 14 Jahre, für gefährliche Arbeiten: 18 Jahre
  • Zwangsarbeit, Menschenhandel und Kinder- Prostitution werden mit relativ langen Haftstrafen für die Profiteure geahndet3)

Bisherige Lösungsansätze

  • 2008 führte die Regierung eine Aufklärungskampagnae in von Menschenhandel gefährdeten Gebieten durch3)

Weitere Links

  • Situation der Roma in Südosteuropa
  1. CIA The World Factbook [] [] [] []
  2. UNICEF []
  3. 2008 Findings on the Worst Forms of Child Labor – Macedonia [] [] []
  4. UNICEF []
  5. „Poverty, frustration keep Macedonias tensions alive“ – reuters – aufgerufen am 05.03.2013 []
  6. Projekt „Kindheiten.de“ der FH Köln – Link nicht mehr aufrufbar 03.02.2017 []
  7. Macedonia Statistics []
  8.  Education System in Macedonia []
  9. Child Poverty Macedonia )
  10. Gesetzliche Rahmenbedingungen

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