Chile

Flagge von Chile Bild: © public domain - Wikipedia

In Zahlen

  • Gesamtbevölkerung: 17.216.945 Einwohner (Stand: Juli 2012)1)
  • 0-14 Jahre: 21,0% (Stand: 2013)1)
  • 3,5% aller Kinder zwischen 5 und 14 Jahren arbeiten.2)

Tätigkeiten / Produkte

Fallbeipsiel

María Pinto, 14 Jahre alt, ist eine der weiblichen Jugendlichen, die in dieser Region südlich von Santiago in der Landwirtschaft arbeiten. Sie sammelt Früchte ein. Sie musste vorzeitig die Schule verlassen, um auf dem Feld zu arbeiten.
„Ich ging gerne zur Schule. Aber mein Vater sagte, ich müsse nun arbeiten. Darum hörte ich auf zu lernen, obwohl ich die Schule gerne beendet hätte.“3)

  • landwirtschaftliche Arbeit (Kaffee-, Zuckerrohr- oder Fruchtplantagen)
  • Straßenhändler/-verkäufer, Schuhputzer, Lastenträger, Bauarbeiter u.ä.
  • Hausangestellte (auch in Hotels, Restaurants)
  • Kinderprostitution
  • Kinderhandel zur sexuellen Ausbeutung innerhalb und außerhalb des Landes
  • Drogenhandel, besonders Missbrauch als Drogenkurier an den Grenzen zu Peru und Bolivien2)

Allgemeine Rahmenbedingungen

  • Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze: 15,1% (Stand: 2009)1)
  • Arbeitslosenrate: 6,4% (Stand: April 2013)4)
  • Es gibt große Unterschiede zwischen der armen und reichen Bevölkerung, die Armut hat sogar zugenommen.5)
  • Die Protestbewegung für bessere Bildungschancen bekam 2011 international Aufmerksamkeit.6)

Schulbildung

  • Schulbildung ist kostenlos und bis zum 18. Lebensjahr verpflichtend.2)
  • Es gibt allerdings ein ausgebautes Privatschulsystem.
  • Einschulungsrate: 94%7)
  • Analphabetenrate: 4,3% – Männer 4,2%, Frauen 4,4% (Stand: 2002)1)

Ursachen für Kinderarbeit

  • soziale Probleme wie Armut oder Gewalt innerhalb der Familie
  • ungenügende Qualität der Bildung, z.B. in öffentlichen Schulen

Gesetzliche Rahmenbedingungen

  • Kinder über 15 Jahren dürfen, gemäß der nationalen Gesetze, nur mit Erlaubnis ihrer Eltern arbeiten und müssen weiterhin zur Schule gehen.
  • Nachtarbeit für Minderjährige  ist verboten.
  • Kinderhandel und -prostitution sowie die Verbreitung von Pornographie sind strafbar, ebenso der Missbrauch von Minderjährigen für den Drogenhandel.
  • Militärdienst ist erst ab 18 Jahren möglich.2)

Bisherige Lösungsansätze

  • Seit 1996 gibt es in Chile ein nationales Komitee zur Beseitigung von Kinderarbeit.
  • Die chilenische Regierung vergibt finanzielle Subventionen an arme Familien, die nachweisen können, dass alle Familienangehörigen zwischen 6 und 18 Jahren zur Schule gehen.
  • Eine Kommission mit Vertretern aus Chile, Peru und Bolivien erarbeitet ein wirksameres strategisches Vorgehen gegen den grenzüberschreitenden Kinderhandel.2))

Bisherige Erfolge

  • VIDAS ist ein Programm offener Straßensozialarbeit, das den Zusammenschluss von arbeitenden Kindern fördert und gemeinsam nach Lösungen sucht, ihre Lebenssituation zu verbessern. Dabei hat sich herausgestellt, dass die Kinder auf Grund der Armut nicht generell mit der Arbeit aufhören können und wollen. Stattdessen wird nach Möglichkeiten gesucht, ihr Einkommen zu erhöhen, ihre Arbeitszeiten dadurch zu verkürzen und Schule und Arbeit leichter zu kombinieren. Zu den konkreten Maßnahmen gehören Beratung, Fortbildung und Einbindung von Lehrern bzw. Eltern sowie die Gestaltung von Freizeitangeboten. 2003 organisierten die Kinder und Jugendlichen von VIDAS mit großem Erfolg das erste Treffen arbeitender Kinder im Großraum Santiago. Dies hat zur weiteren Stärkung der „chilenischen Vereinigung arbeitender Kinder und Jugendlicher“, MOCHINATS, beigetragen.
  1. The World Factbook – Chile – Central Intelligence Agency – aufgerufen am 03.06.2013 [] [] [] []
  2. 2011 Findings on the Worst Forms of Child Labor – US Department of Labor – aufgerufen am 03.06.2013 [] [] [] [] []
  3. Poonal Nr. 337 – Poonal de Nuevas Agencias de América Latina – aufgerufen am 03.06.2013 – Link nicht mehr verfügbar []
  4. Chile – Unemployment Rate – Trading Economics – aufgerufen am 03.06.2013 []
  5. Casen 2011: pobreza sería mayor a 2009 e inferior a medición posterremoto – La tercera – aufgerufen am 03.06.2013 []
  6. Gewalt statt Gespräche in Chile – Zeit Online – aufgerufen am 03.06.2013 []
  7. Chile – StatisticsUNICEF – aufgerufen am 03.06.2013 []
  8. Ratification of C105 – ILO – aufgerufen am 03.06.2013 []
  9. Ratification of C138 – ILO – aufgerufen am 03.06.2013 []
  10. Ratification of C182 – ILO – aufgerufen am 03.06.2013 []
  11. Convention on the Rights of the Child – RatificationVereinte Nationen – aufgerufen am 03.06.2013 []
  12. Optional Protocol to the Convention on the Rights of the Child on the Sale of Children, Child Prostitution and Child Pornography – Ratification – Vereinte Nationen – aufgerufen am 03.06.2013 []
  13. Optional Protocol to the Convention on the Rights of the Child on the Involvement of Children in armed conflict – Ratification – Vereinte Nationen – aufgerufen am 03.06.2013 []

Ein Kommentar zu Chile

  1. Lilian sagt:

    In Chile gibt es keine Kaffeeplantagen. Kinderhandel … ausserhalb des Landes ist fast unmöglich, den ein chilenisches Kind oder überhaupt ein Kind aus Chile rauszuschmuggeln ist fast unmöglich. Chile hat ein extrem strenges Reiseverfahren für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre.

    Kinder dürfen noch immer von den Eltern geschlagen werden.

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